Wir werfen zu viel Lebensmittel weg! Oftmals liegt der Grund bei
mangelndem Wissen über die Verderblichkeit der Lebensmittel und beim Mindesthaltbarkeitsdatum. Ist dies abgelaufen, landen Käse, Wurst oder sogar Joghurt oft
unnötigerweise im Müll. Völlig unabhängig, ob sie bereits geöffnet wurden oder nicht. In Zahlen ausgedrückt sind das
zwei Drittel aller Lebensmittel.
Dabei muss das alles gar nicht sein, denn trotz abgelaufenem Mindesthaltbarkeitsdatum sind Käse, Schinken und sogar Essensreste noch eine Weile genießbar, wenn man sie im Kühlschrank aufbewahrt. Dennoch überkommt uns ein schlechtes Gewissen, wenn wir im Kühlschrank geöffnete Packungen erblicken. Ist der Orangensaft, der vor drei Tagen geöffnet wurde, noch genießbar? Und ist der Rest Tomatensalat mit Mozzarella vielleicht schon von Keimen angegriffen?
Kein Grund zur Panik! Wir gehen diesen Fragen im Folgenden nach.
Mindesthaltbarkeitsdatum richtig verstehen
Wichtig beim
Mindesthaltbarkeitsdatum ist zu verstehen, dass es angibt, bis wann das Lebensmittel
mindestens haltbar ist; d.h. dass Joghurt, Käse und Co. bis zu diesem Datum
auf jeden Fall genießbar sind. Das bedeutet aber auch, dass ein Joghurt gut und gerne noch drei weitere Wochen essbar ist. Selbst wenn sich die Folie des Deckels von Quark, Schmand und Joghurt wölbt, ist dies noch
kein schlechtes Zeichen. Es zeigt nur, dass die für den menschlichen Körper gesunden, lebenden Milchsäurebakterien an der Arbeit sind. Und die Milchprodukte noch essbar sind.
Anders verhält es sich, wenn sich
Schimmel gebildet hat. Dann sollte er besser entsorgt werden.
Das
Verbrauchsdatum sollte hingegen immer beachtet werden. Bei Lebensmitteln wie Hackfleisch und Fischprodukten gibt das Verbrauchsdatum an, bis wann die Produkte
verarbeitet werden sollten. Wird dies nicht eingehalten, können sich Keime und Bakterien in den Lebensmitteln einnisten. Dann sollten die Waren nicht mehr verzehrt werden.
Mit allen Sinnen
Allgemein gilt: Mit allen Sinnen testen! Wenn Lebensmittel
unangenehm riechen oder
auf der Zunge prickeln, sollten sie lieber entsorgt werden. Auch auf seine
Augen kann man sich verlassen. Setzt sich bei einem
Saft ein trüber Bodensatz im klaren Saft ab oder umgekehrt, könnte der Saft verdorben sein. Besonders wenn auch noch kleine Bläschen aufsteigen, dann gärt der Saft. Vorsicht bei Gemüsesäften, denn diese verderben in der Regel schneller als Fruchtsäfte.
Eindeutiger ist der Fall bei
Milch. Ist sie verdorben, schmeckt sie sauer, riecht und wird dickflüssig. Am besten verbraucht man Frischmilch innerhalb von drei bis vier Tagen. Gleiches gilt für H-Milch. Zwar wird diese nicht dickflüssig, wenn sie verdorben ist, jedoch schmeckt sie sauer und bildet Flocken bei der Verarbeitung.
Die Haltbarkeit im Kühlschrank
Eingekochtes wie
Marmelade oder Sauergemüse verdirbt nicht so schnell, wenn man darauf achtet, dass zum Entnehmen stets ein
sauberer Löffel verwendet wird. Sonst kann sich durch Bakterien und Keime Schimmel bilden. Reste aus
Konservendosen halten sich in einem
gut verschlossenen Behälter im Kühlschrank weitere zwei Tage. Aufgewärmte Gerichte mit Spinat oder Pilzen sogar noch einen weiteren Tag.
Bei
Wurst und Käse entscheidet die Herstellung über die Haltbarkeit. Bei Hartkäse brauchen sich Genießer keine Gedanken zu machen. Drei Wochen lang sind diese mindestens genießbar. Geräucherte Wurst bis zu zwei Monate, während Leberwurst und Aufschnitt innerhalb von vier Tagen verbraucht werden sollten.
Lebensmittel, die
Konservierungsstoffe enthalten, wie Ketchup, Senf und Mayonnaise, halten länger als eine selbstgemachte Pastasoße, die verderbliche Zutaten wie Hackfleisch enthält.
Wer den Inhalt seines Kühlschranks mit maximaler Frische genießen will, sollte auf die
optimale Lagerung der Lebensmittel achten. Denn auch ein Kühlschrank hat verschiedene 'Klimazonen', die sich für verschiedene Lebensmittel eignen.
Was kommt wohin im Kühlschrank?
Im Kühlschrank ist es
nicht überall gleich kalt. Unten ist es meistens kälter als oben, da kalte Luft schwerer ist und absinkt. Das bedeutet aber nicht, dass das Fach ganz unten am kältesten ist. Die Glasplatte hält die Kälte ab, so dass sich die Fächer gut für Gemüse und Obst eignen. Im untersten Fach bleiben leicht verderbliche Lebensmittel wie Fisch, Fleisch und Wurst länger frisch, Milchprodukte wie Joghurt, Sahne oder Quark lagern im mittleren Fach bei fünf Grad. Im oberen Fach herrschen acht bis neun Grad. Hier fühlen sich Käse, Geräuchertes und bereits zubereitete Speisen besonders wohl. Lebensmittel wie Butter, Marmelade, Senf, Eier und Getränke kommen in die Fächer an der Tür.
Wer dies beachtet, kann seine Lebensmittel so lange wie möglich frisch genießen ohne Angst vor Schimmel oder Verdorbenem zu haben.
Autor: Jutta Ladwig